DESCRIPTION
SCHMIDLIN
Luzern
Schweiz
Die Familie SCHMIDLIN, ursprünglich aus dem Kanton Luzern stammend, ist unter dem ursprünglichen Namen SMIILI bekannt.
Seit dem 14. Jahrhundert in den Bezirken Sursee, Hochdorf und Luzern belegt, hat sie sich dauerhaft in der Region etabliert.
Eine Linie, die SCHMIDLI von Malters, wird bereits 1488 erwähnt (X. Thürig, Heimatklunde von Malters, S. 119).
Die Familie SCHMIDLIN, tief in der Geschichte der Zentralschweiz verwurzelt, insbesondere in den Kantonen Luzern und Bern, hat über Jahrhunderte hinweg durch vielfältige Beiträge geprägt – vom Handwerk über politisches Engagement bis hin zu Glaubensakten, Rebellion und intellektueller Innovation. Durch die Epochen hinweg spiegeln die SCHMIDLIN die sozialen, religiösen und politischen Dynamiken ihrer Zeit wider und hinterlassen einen bedeutenden Eindruck in der lokalen und nationalen Geschichte. Dieser Artikel beleuchtet die Lebenswege von sechs herausragenden Persönlichkeiten dieser Familie und ordnet sie in ihren historischen Kontext ein.
- Hans SCHMIDLIN (1484): Ein Zinngießer im Herzen des mittelalterlichen Schweiz.
Ende des 15. Jahrhunderts ist die Schweiz eine aufstrebende Eidgenossenschaft, geprägt von Bündnissen zwischen Kantonen und einer blühenden Handwerkswirtschaft. Hans SCHMIDLIN, ein Zinngießer aus Zürich, wird 1484 Bürger von Luzern. Dieser Bürgerstatus, einer wirtschaftlichen und sozialen Elite vorbehalten, zeugt von seinem Erfolg in einem für die damalige Zeit wesentlichen Beruf: der Herstellung von Zinngegenständen, die für ihre Langlebigkeit und Ästhetik geschätzt wurden. Luzern, damals ein strategisches Handelszentrum an den Alpenrouten, bot ideale Bedingungen für qualifizierte Handwerker. Der Erfolg von Hans SCHMIDLIN verdeutlicht den Aufschwung spezialisierter Berufe und die Integration von Handwerkern in die städtischen Strukturen der vormodernen Schweiz.
- Moriz SCHMIDLIN (1617): Glaube und Architektur in einem gespaltenen Europa.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist Europa durch religiöse Konflikte zerrissen, insbesondere durch den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), der die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten verschärft. In der Schweiz bleiben die Kantone religiös gespalten, doch Luzern bleibt eine katholische Hochburg. Moriz SCHMIDLIN lässt 1617 in Riediswil, einem Weiler bei Sursee, eine Kapelle erbauen. Dieser Akt, dokumentiert im Gfr. (Bd. 23, S. 156, 178, 181, 202), spiegelt die Bedeutung individueller Frömmigkeit und religiösen Mäzenatentums in ländlichen Gemeinschaften wider. Die Kapelle, vermutlich einem lokalen Kult gewidmet, symbolisiert den Wunsch, die katholische Identität angesichts benachbarter protestantischer Einflüsse zu stärken. Moriz SCHMIDLIN verkörpert somit religiösen Eifer und gemeindliches Engagement in einer Zeit konfessioneller Spannungen.
- Mathias SCHMIDLIN: Ein Theaterliebhaber in der ländlichen Schweiz.
Zu einem unbestimmten Zeitpunkt, vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert, zeichnet sich Mathias SCHMIDLIN aus Ziswil bei Ruswil durch den Besitz von Theatermanuskripten aus. In der ländlichen Schweiz, wo die Alphabetisierung begrenzt war, deutet der Besitz solcher Dokumente auf ein Interesse an Kultur und eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit hin. Theaterstücke, oft bei religiösen oder gemeinschaftlichen Festen aufgeführt, waren ein Mittel der sozialen Kohäsion und des künstlerischen Ausdrucks. Mathias SCHMIDLIN trägt durch die Bewahrung dieser Manuskripte zur Erhaltung einer lokalen kulturellen Tradition bei und spiegelt das Aufkommen intellektueller Sensibilität in den Luzerner Landgemeinden wider.
- Jakob SCHMIDLIN, genannt Sulzjoggi († 1747): Ein religiöser Dissident gegen die etablierte Ordnung.
Im 18. Jahrhundert ist die Schweiz von strenger religiöser Orthodoxie und verstärkter Kontrolle der Behörden über doktrinäre Abweichungen geprägt. Jakob SCHMIDLIN, genannt Sulzjoggi, gründet eine Sekte in Sulziz bei Wolhusen und fordert damit die religiösen Normen seiner Zeit heraus. Seine Hinrichtung am 27. Mai 1747, dokumentiert im BSLV 5, II, S. 83, zeigt die harte Repression von Häresien in einer Gesellschaft, in der konfessionelle Einheit als Garant für Stabilität galt. Jakobs Fall verdeutlicht die Spannungen zwischen individueller Freiheit und sozialer Kontrolle sowie die Risiken, die jene eingingen, die sich von offiziellen Dogmen abwandten. Sein Spitzname „Sulzjoggi“ könnte auf eine lokale Herkunft oder eine Tätigkeit im Zusammenhang mit der Salzgewinnung hinweisen, was seiner Geschichte eine sozioökonomische Dimension verleiht.
- Januarius SCHMIDLIN (1798): Ein Bauernführer in der revolutionären Sturmzeit.
Ende des 18. Jahrhunderts erschüttern die französische Invasion der Schweiz 1798 und die Einführung der Helvetischen Republik die traditionelle Ordnung. Im Kanton Luzern erheben sich die Bauern, die an ihren lokalen Privilegien und der katholischen Kirche festhalten, gegen die von den Franzosen aufgezwungenen Reformen. Januarius SCHMIDLIN tritt als Anführer der Bauern im Rötlerkrieg in Triengen hervor (Pfyffer, Gesch. II, S. 56). Dieser zwar lokale, aber in eine Welle antifranzösischer Widerstände eingebettete Konflikt zeigt den Mut ländlicher Gemeinschaften angesichts fremder Einmischung sowie ihre Verbundenheit mit einer Lebensweise, die durch revolutionäre Umwälzungen bedroht ist.
- Fritz SCHMIDLIN (1898–?): Ein Statistiker im Dienst der modernen Schweiz.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts industrialisiert und modernisiert sich die Schweiz und wird zum Modell für direkte Demokratie und Stabilität. Fritz SCHMIDLIN, geboren 1898, zeichnet sich ab 1920 als Statistiker in Bern aus und wird ab 1928 Mitglied des Nationalrates (AAF 1930). In einer Zeit, in der statistische Daten für die Staatsführung immer wichtiger werden, trägt seine Arbeit zur Rationalisierung der öffentlichen Politik bei. Seine Wahl in den Nationalrat, eine der beiden Kammern des Schweizer Parlaments, zeigt seinen Einfluss in den Berner politischen Kreisen und sein Engagement für das Gemeinwohl. Fritz SCHMIDLIN verkörpert den Übergang der Schweiz zu einer modernen Gesellschaft, in der Wissenschaft und Politik Hand in Hand die Zukunft gestalten.
Schlussfolgerung
Die Persönlichkeiten der Familie SCHMIDLIN, vom Zinngießer Hans bis zum Statistiker Fritz, umspannen fünf Jahrhunderte Schweizer Geschichte, von mittelalterlichen Städten bis zu modernen Institutionen. Jede spiegelt auf ihre Weise die Herausforderungen ihrer Epoche wider: wirtschaftlicher Aufschwung, religiöser Eifer, kultureller Ausdruck, Dissidenz, politischer Widerstand und Modernisierung. Zusammen zeugen sie von der Vielfalt und dem Reichtum der Beiträge einer Familie zur Geschichte einer Nation. Ihr Erbe, in der Zentralschweiz verwurzelt, beleuchtet weiterhin unser Verständnis der historischen Dynamiken, die dieses Land geprägt haben.
Epilog
Die Persönlichkeiten der Familie Schmidlin, vom Zinngießer Hans bis zum Statistiker Fritz, durchqueren fünf Jahrhunderte Schweizer Geschichte, von mittelalterlichen Städten bis zu modernen Institutionen. Jede verkörpert die Herausforderungen ihrer Zeit: wirtschaftliche Prosperität, religiöse Hingabe, kultureller Ausdruck, Dissidenz, politischer Widerstand oder Modernisierung. Zusammen illustrieren sie die Vielfalt und den Reichtum der Beiträge einer Familie zur nationalen Geschichte. In der Zentralschweiz verwurzelt, beleuchtet ihr Erbe weiterhin die historischen Dynamiken, die das Land geprägt haben.
Quellen
Dictionnaire Historique et Biographique de la Suisse, von Victor Attinger, Marcel Godet und Henri Türler, Neuenburg, 1921–1934.
Jak.-Lud. SCHMIDLIN, Das Geschlecht SCHMIDLIN (1902).
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SCHMIDLIN
Lucerne
Suisse
La famille SCHMIDLIN, originaire du canton de Lucerne, est connue sous le nom primitif de SMIILI.
Attestée dès le XIVe siècle dans les districts de Sursee, Hochdorf et Lucerne, elle s’est implantée durablement dans la région.
Une branche, les SCHMIDLI de Malters, est citée dès 1488 (X. Thürig, Heimatklunde von Malters, p. 119).
La famille SCHMIDLIN, ancrée dans l’histoire de la Suisse centrale, notamment dans les cantons de Lucerne et de Berne, a marqué plusieurs siècles par des contributions variées, allant de l’artisanat à l’engagement politique, en passant par des actes de foi, de rébellion et d’innovation intellectuelle. À travers les époques, les SCHMIDLIN ont reflété les dynamiques sociales, religieuses et politiques de leur temps, laissant une empreinte significative dans l’histoire locale et nationale. Cet article explore les parcours de six figures emblématiques de cette famille, en les replaçant dans leur contexte historique.
- Hans SCHMIDLIN (1484) : Un potier d’étain au cœur de la Suisse médiévale. À la fin du XVe siècle, la Suisse est une confédération naissante, marquée par des alliances entre cantons et une économie artisanale florissante. Hans SCHMIDLIN, potier d’étain originaire de Zurich, devient bourgeois de Lucerne en 1484. Ce statut de bourgeois, réservée à une élite économique et sociale, témoigne de son succès dans un métier essentiel à l’époque : la fabrication d’objets en étain, prisés pour leur durabilité et leur esthétique. Lucerne, alors un centre commercial stratégique sur les routes alpines, offrait un cadre idéal pour les artisans qualifiés. La réussite de Hans SCHMIDLIN illustre l’essor des métiers spécialisés et l’intégration des artisans dans les structures urbaines de la Suisse prémoderne.
- Moriz SCHMIDLIN (1617) : Foi et architecture dans une Europe divisée. Au début du XVIIe siècle, l’Europe est déchirée par les conflits religieux, notamment la guerre de Trente Ans (1618-1648), qui exacerbe les tensions entre catholiques et protestants. En Suisse, les cantons restent divisés par la religion, mais Lucerne demeure un bastion catholique. Moriz SCHMIDLIN, en 1617, fait construire une chapelle à Riediswil, un hameau près de Sursee. Cet acte, documenté dans le Gfr. (vol. 23, pp. 156, 178, 181, 202), reflète l’importance de la piété individuelle et du mécénat religieux dans les communautés rurales. La chapelle, probablement dédiée à un culte local, symbolise la volonté de renforcer l’identité catholique face aux influences protestantes voisines. Moriz SCHMIDLIN incarne ainsi la ferveur religieuse et l’engagement communautaire dans une période de tensions confessionnelles.
- Mathias SCHMIDLIN : Un amateur de théâtre dans la Suisse rurale. À une époque indéterminée, mais vraisemblablement au XVIIe ou XVIIIe siècle, Mathias SCHMIDLIN, résidant à Ziswil près de Ruswil, se distingue par sa possession de manuscrits de pièces de théâtre. Dans la Suisse rurale, où l’alphabétisation reste limitée, détenir de tels documents suggère un intérêt pour la culture et une certaine aisance économique. Les pièces de théâtre, souvent jouées lors de fêtes religieuses ou communautaires, étaient un vecteur de cohésion sociale et d’expression artistique. Mathias SCHMIDLIN, en conservant ces manuscrits, contribue à la préservation d’une tradition culturelle locale, reflétant l’émergence d’une sensibilité intellectuelle dans les campagnes lucernoises.
- Jakob SCHMIDLIN, dit le Sulzjoggi († 1747) : Un dissident religieux face à l’ordre établi. Au XVIIIe siècle, la Suisse est marquée par une stricte orthodoxie religieuse et une surveillance accrue des autorités sur les déviances doctrinales. Jakob SCHMIDLIN, surnommé le Sulzjoggi, fonde une secte à Sulziz près de Wolhusen, défiant les normes religieuses de son temps. Son exécution le 27 mai 1747, documentée dans le BSLV 5, II, p. 83, reflète la répression sévère des hérésies dans une société où l’unité confessionnelle est perçue comme un gage de stabilité. Le cas de Jakob illustre les tensions entre liberté individuelle et contrôle social, ainsi que les risques encourus par ceux qui s’écartaient des dogmes officiels. Son surnom, « Sulzjoggi », pourrait indiquer une origine locale ou une activité liée à l’extraction de sel, ajoutant une dimension socio-économique à son histoire.
- Januarius SCHMIDLIN (1798) : Un chef paysan dans la tourmente révolutionnaire. À la fin du XVIIIe siècle, l’invasion française de la Suisse en 1798 et l’imposition de la République helvétique bouleversent l’ordre traditionnel. Dans le canton de Lucerne, les paysans, attachés à leurs privilèges locaux et à l’Église catholique, se soulèvent contre les réformes imposées par les Français. Januarius SCHMIDLIN émerge comme chef des paysans lors du Rötlerkrieg, une révolte à Triengen (Pfyffer, Gesch. II, p. 56). Ce conflit, bien que local, s’inscrit dans une vague de résistances antifrançaises à travers la Suisse. Le rôle de Januarius témoigne du courage des communautés rurales face à l’ingérence étrangère, mais aussi de leur attachement à un mode de vie menacé par les bouleversements révolutionnaires.
- Fritz SCHMIDLIN (1898-?) : Un statisticien au service de la Suisse moderne. Au tournant du XXe siècle, la Suisse s’industrialise et se modernise, devenant un modèle de démocratie directe et de stabilité. Fritz SCHMIDLIN, né en 1898, s’illustre comme statisticien à Berne dès 1920, puis comme membre du Conseil national à partir de 1928 (AAF 1930). À une époque où les données statistiques deviennent cruciales pour la gestion de l’État, son travail contribue à la rationalisation des politiques publiques. Son élection au Conseil national, l’une des deux chambres du Parlement suisse, reflète son influence dans les cercles politiques bernois et son engagement pour le bien commun. Fritz SCHMIDLIN incarne la transition de la Suisse vers une société moderne, où la science et la politique s’entrelacent pour façonner l’avenir.
Conclusion
Les figures de la famille SCHMIDLIN, du potier Hans au statisticien Fritz, couvrent cinq siècles d’histoire suisse, des bourgs médiévaux aux institutions modernes. Chacune, à sa manière, reflète les enjeux de son époque : l’essor économique, la ferveur religieuse, l’expression culturelle, la dissidence, la résistance politique et la modernisation. Ensemble, elles témoignent de la richesse et de la diversité des contributions d’une famille à l’histoire d’une nation. Leur héritage, ancré dans la Suisse centrale, continue d’éclairer notre compréhension des dynamiques historiques qui ont façonné ce pays.
Épilogue
Les figures de la famille Schmidlin, du potier Hans au statisticien Fritz, traversent cinq siècles d’histoire suisse, des bourgs médiévaux aux institutions modernes. Chacune incarne les défis de son temps : prospérité économique, ferveur religieuse, expression culturelle, dissidence, résistance politique ou modernisation. Ensemble, elles illustrent la richesse et la diversité des contributions d’une famille à l’histoire nationale. Ancré en Suisse centrale, leur héritage éclaire encore les dynamiques historiques qui ont façonné le pays.
Sources
- Dictionnaire Historique et Biographique de la Suisse, par Victor Attinger, Marcel Godet et Henri Türler , Neuchâtel, 1921-1934.
- Jak.-Lud. SCHMIDLIN, Das Geschlecht SCHMIDLIN (1902).
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