DESCRIPTION
CHOISY de MOIGNEVILLE
Champagne, Lothringen.
Königreich Frankreich
Marquis de Moigneville, April 1692.
✶ Wappen:
„Von Azur, mit einem goldenen gezackten Schragen, begleitet von einem silbernen Halbmond und drei silbernen Besanten.“
✶ Heraldische Quellen:
Armorial général d’Europe, von J.B. Rietstap (Gouda, 1861).
Armorial d'Europe, von J.B. Rietstap (Gouda, 1884, Berlin, 1934) (Gouda, 1887, Berlin 1937).
Armorial général J.B. Rietstap, illustriert von Victor und Henri Rolland (1903-1926). Koloriert von Lionel Sandoz (1993-2002).
Le Grand Armorial de France, von Jougla de Morénas 1935-1943, de Warren, Frantzen 1960.
Armorial de la Généralité de Paris, erstellt von Charles d’Hozier gemäß dem Edikt von November 1696, von Meurgey de Tupigny, 1965-67.
✶ Etymologie des Familiennamens „CHOISY“
Der Name „CHOISY“ hat seinen Ursprung im lateinischen Causiacum oder Sociusacum, was jeweils „das Gut des Causius“ oder „des Socius“ bedeutet, vermutlich Namen gallo-römischer Grundbesitzer. Im Laufe der Zeit entwickelten sich diese Begriffe phonetisch zu „CHOISY“, einem in Frankreich verbreiteten Familiennamen, der oft mit Ortsnamen verbunden ist. Diese Etymologie deutet auf eine ländliche Herkunft und eine Verbindung zu angesehenen Ländereien hin, die möglicherweise ihren strategischen oder ästhetischen Wert widerspiegeln.
✶ Toponymie des Marquisats MOIGNEVILLE
Das Marquisat MOIGNEVILLE liegt in Lothringen (historische Champagne) und stammt vom Dorf MOGNÉVILLE im Département Meuse ab.
Der Name „MOGNÉVILLE“ leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen monasterium (Kloster) oder einem germanischen Namen wie Monnius ab, kombiniert mit dem Suffix -ville („Gut“ oder „Dorf“).
Dieser Name deutet auf eine mittelalterliche Gründung hin, möglicherweise in Verbindung mit einem religiösen Stift oder einem Lehen.
Im Januar 1635 unter Ludwig XIII. zum Marquisat erhoben, wurde der Titel im April 1692 von Ludwig XIV. bestätigt (am 19. April beim Parlament registriert), wodurch ein bereits bedeutendes Gebiet im Barrois geadelt wurde.
Man sagt „MOIGNEVILLE“ in einem möglicherweise archaischen Kontext oder laut bestimmten rückblickenden Quellen, „MONGNÉVILLE“ zur Zeit von Thomas de CHOISY (Ende des 17. Jahrhunderts) und in historischen Texten bis ins 19. Jahrhundert, sowie „MOGNÉVILLE“ ab dem 19. Jahrhundert bis heute. Diese Entwicklung zeigt die sprachlichen Schwankungen und die Standardisierung von Ortsnamen in Frankreich.
✶ Wappen und Symbolik
Das Wappen der Familie CHOISY wird wie folgt beschrieben: „Von Azur, mit einem goldenen gezackten Schragen, begleitet von einem silbernen Halbmond und drei silbernen Besanten.“
* Azur symbolisiert Treue und Adel, grundlegende Werte dieser Linie im Dienst der Monarchie.
* Der goldene gezackte Schragen steht für Mut und militärische Auszeichnung, wobei die gezackten Ränder eine starke Verteidigung andeuten.
* Der silberne Halbmond verweist auf die Kreuzzüge oder göttlichen Schutz, ein häufiges Motiv bei adligen Familien.
* Die drei silbernen Besanten bedeuten Reichtum, Prestige und manchmal belohnte Waffentaten.
Diese Embleme spiegeln den sozialen und militärischen Aufstieg der Familie wider, verwurzelt in einer Tradition von Ehre und Dienst.
✶ Ursprung und Geschichte der Familie CHOISY de MOIGNEVILLE
Die Familie CHOISY de MOIGNEVILLE gehört zum französischen Adel des Ancien Régime und vereint Ursprünge aus der Robe- und der Schwertnoblesse. Aus Lothringen stammend, steigt sie im 17. Jahrhundert durch kluge Allianzen und militärische Verdienste unter Ludwig XIII. und Ludwig XIV. auf. Ihre Geschichte ist eingebettet in den Kontext der Expansionskriege Frankreichs, insbesondere in den spanischen Niederlanden und entlang des Rheins, wo sich ihre Mitglieder durch Fachkenntnisse in Befestigungen und Loyalität zur Krone auszeichnen.
✶ Markante Persönlichkeit: Thomas de CHOISY, Marquis de MOIGNEVILLE (1632-1710)
- Thomas de CHOISY ist die emblematische Gestalt dieser Linie.
Geboren 1632 in einer lothringischen Adelsfamilie, machte er sich unter Ludwig XIV. als Militäringenieur und Stratege einen Namen. Als Mitarbeiter von Vauban brillierte er in der Befestigung und Verteidigung von Festungen. Hier die wichtigsten Stationen seiner Karriere:
1668: Ingenieur in Charleroi unter dem Marquis de Louvois, Beginn einer vielversprechenden Karriere.
1673: Teilnahme an der Schlacht von Maastricht unter Marschall Turenne, zeigt strategisches Talent.
1675: Beitrag zur Eroberung von Limburg, festigt seinen Ruf.
12. Dezember 1678: Ernennung zum Gouverneur von Saarlouis, am 12. Dezember 1679 von Ludwig XIV. bestätigt für seine Befestigungskenntnisse.
1680: Überwacht mit Vauban die neuen Befestigungen von Bouillon.
1684: Schlüsselrolle beim Belagerung von Luxemburg, stärkt die territorialen Gewinne Frankreichs.
1689: Beförderung zum Feldmarschall, kommandiert die Verteidigung von Mainz gegen feindliche Angriffe.
April 1692: Sein Land MOIGNEVILLE wird durch Patente von Ludwig XIV. zum Marquisat erhoben, als Belohnung für seine Dienste.
1701: Erhebung zum Generalleutnant der königlichen Armeen, eine ehrenvolle Auszeichnung am Ende seiner Karriere.
26. Februar 1710: Stirbt in Saarlouis im Alter von 78 Jahren. Sein Leichnam ruht im Familiengrab in MOGNÉVILLE, sein Herz in der Kirche Saint-Louis in Saarlouis, was seine Verbundenheit mit beiden Orten zeigt.
Thomas de CHOISY, verheiratet mit Jeanne Brethe de Clermont, dann Vater von Louis Alexandre Thomas (gestorben 1719), verkörpert das Ideal des militärischen Edelmanns. Von Vauban 1673 gelobt – „Er ist unter allen Befestigungsexperten derjenige, auf dessen Fähigkeiten und Wert ich mich am meisten verlassen würde“ – hinterließ er eine dauerhafte Spur in der französischen Militärtechnik.
✶ Chronologie der markanten Ereignisse
1060: Alte Erwähnung des Hauses Choiseul, möglicher Ursprung der CHOISY.
Januar 1635: MOIGNEVILLE wird unter Ludwig XIII. zum Marquisat.
1632: Geburt von Thomas de CHOISY.
1668-1689: Militärischer Aufstieg (Charleroi, Maastricht, Limburg, Luxemburg, Mainz).
1678-1679: Gouverneur von Saarlouis.
April 1692: Bestätigung des Marquisats durch Ludwig XIV.
1701: Generalleutnant der Armeen.
26. Februar 1710: Tod von Thomas de CHOISY.
Februar 1719: Tod seines Sohnes Louis Alexandre Thomas.
16. März 1744: Hochzeit von Hélène-Adélaïde de Chastenet de Puységur mit einem Marquis de CHOISY-MOIGNEVILLE, stärkt familiäre Allianzen.
Um 1792: Wahrscheinliche Zerstörung des Schlosses MOIGNEVILLE während der Revolution.
✶ Historischer und politischer Kontext
Das Schicksal der CHOISY ist mit der Ära der großen Ambitionen Ludwig XIV. (1643-1715) verknüpft. Unter der Leitung von Vauban und Louvois schützt die „eiserne Gürtel“ französischer Festungen die Grenzen des Königreichs, ein Projekt, zu dem Thomas aktiv beiträgt. Seine Gouvernaturen in Saarlouis, seine Arbeiten in Bouillon, Longwy und Mainz verdeutlichen die Strategie der territorialen Expansion und Konsolidierung des Sonnenkönigs. Das Marquisat von 1692 belohnt eine vorbildliche Loyalität in einer Zeit, in der die militärische Noblesse den monarchischen Absolutismus stützt.
✶ Erbe und Schlussfolgerung
Die Familie CHOISY de MOIGNEVILLE verkörpert die Schwertnoblesse im Dienst des Staates, vereint Tapferkeit, technisches Können und prestigeträchtige Allianzen. Thomas de CHOISY bleibt durch sein militärisches Genie und seinen Einsatz eine Schlüsselfigur dieser Linie. Nach seinem Sohn Louis Alexandre schwindet die Familie jedoch, und das Schloss MOIGNEVILLE verschwindet um 1792, ein Opfer der revolutionären Umwälzungen. Ihr Name bleibt ein Symbol des goldenen Zeitalters des französischen Militärs, verbunden mit der Geschichte Lothringens und den Befestigungen Ludwig XIV.
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